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So nutzt du den Finsternis-Simulator
Eine Kurzanleitung, um das Beste aus dem Simulator herauszuholen: deinen exakten Standort wählen, Urteil und Score verstehen, den realen Horizont lesen und dem Zeitplan Minute für Minute folgen.
In drei Schritten
- Suche deinen Standort per Namen, tippe auf die Karte oder gib Koordinaten ein — der Simulator berechnet sofort die Sichtbarkeit von genau diesem Punkt.
- Prüfe das Urteil (sichtbar, grenzwertig oder verdeckt) und den Score von 0 bis 100, um zu wissen, ob sich das Stativ dort lohnt.
- Schiebe durch den Zeitplan, um Kontakt für Kontakt zu sehen, wo die Sonne relativ zum realen Horizont steht — und aktiviere Plan B, wenn Wolken drohen.
Wähle deinen Standort: Suche, Karte oder Koordinaten
Du erreichst deinen Standort auf drei Arten: indem du den Namen einer Stadt oder eines Aussichtspunkts in die Suche eingibst, direkt auf die Karte tippst oder Breiten- und Längengrad eingibst, wenn du schon einen genauen Ort im Kopf hast.
Die Karte zeigt eine Verdunkelungs-Heatmap: einen Verlauf, der dich auf einen Blick innerhalb oder außerhalb des Totalitätspfads verortet, und wie weit du von der Mittellinie entfernt bist. Über dieser Ebene liegen die kuratierten Aussichtspunkte — Orte, die wir einzeln nach freiem Horizont, Zugang und Kapazität geprüft haben —, damit du nicht raten musst, wohin es sich lohnt zu fahren.
Ein Wechsel des Standorts berechnet alles sofort neu: Urteil, Score, Horizont und Zeitplan aktualisieren sich, ohne die Seite neu zu laden.

Das Urteil und der Score: Lohnt sich die Fahrt?
Das Urteil fasst in einem Wort zusammen, ob du die Finsternis von diesem Punkt aus siehst: sichtbar, wenn die Sonne während der abgefragten Phase klar über dem realen Horizont steht, grenzwertig, wenn der Spielraum knapp ist und von Gelände- oder Atmosphärendetails abhängt, und verdeckt, wenn etwas — ein Berg, ein Gebäude, die Krümmung des Horizonts selbst — im Weg steht.
Der Score von 0 bis 100 geht über Ja oder Nein hinaus: Er kombiniert den Finsternistyp (total oder partiell), den Spielraum über dem realen Gelände, die Dauer der Phase und die Wolkenklimatologie für Datum und Ort. Zwei Standorte mit demselben Urteil sichtbar können sehr unterschiedliche Scores haben, wenn einer deutlich mehr Horizontspielraum oder einen historisch klareren Himmel hat.
Der heikelste Punkt ist meist der letzte Kontakt (C4, Ende der partiellen Finsternis): Dort steht die Sonne niedriger, der Spielraum über dem realen Horizont wird enger — und genau dort macht mittelmäßiges Gelände den Unterschied zwischen dem Ende des Ereignisses sehen oder es verpassen.

Der Horizont und die Position der Sonne
Das ist das Herzstück des Simulators: eine Panoramasilhouette des realen Geländes um dich herum, kein generischer flacher Horizont. Sie wird mit Tiefenbändern gezeichnet, damit du einen nahen Hügel von einer fernen Bergkette unterscheiden kannst, und darüber wird die vollständige Bahn der Sonne über den Tag gezeichnet, mit markierten Ortszeiten.
Du kannst zoomen und ziehen, um den Himmel mit einem zwischen 40° und 135° einstellbaren Sichtfeld zu erkunden — von einem Weitwinkel-Ausschnitt bis zu etwas, das einem Teleobjektiv nahekommt — und in den Vollbildmodus wechseln, für eine immersive Ansicht.
Während des Totalitätsfensters zeigt der Simulator auch, welche Planeten und hellen Sterne mit bloßem Auge sichtbar sein werden: Der Himmel verdunkelt sich für ein bis zwei Minuten so weit, dass Venus, Jupiter und die hellsten Sterne neben der verfinsterten Sonne erscheinen.

Zeitplan und Zeitsteuerung
Die Finsternis hat vier Schlüsselmomente — die Kontakte C1 bis C4 — vom ersten Berühren der Sonnenscheibe durch den Mond (C1) bis zu seinem vollständigen Verlassen (C4), mit Beginn und Ende der Totalität (C2 und C3) dazwischen, falls du innerhalb des Pfads bist.
Der Zeitplan-Schieberegler lässt dich frei zwischen diesen Kontakten bewegen und für jeden Moment die Position der Sonne über dem realen Horizont sehen. Der Wiedergabe-Button animiert die gesamte Sequenz mit einstellbarer Geschwindigkeit, sodass du das ganze Ereignis vor dem großen Tag gedanklich durchspielen kannst.

Wolken und Plan B
Nahe am Termin nutzt der Simulator eine echte Wetterprognose; weiter als etwa zwei Wochen entfernt greift er auf historische Klimatologie zurück (Wahrscheinlichkeit für klaren Himmel an diesem Datum und Ort laut vergangenen Jahren), um dir eine sinnvolle Schätzung zu geben, auch wenn die genaue Prognose noch nicht existiert.
Ist die vorhergesagte Bewölkung hoch, schlägt der Simulator nahegelegene Alternativen vor — den sogenannten Plan B — Orte in kurzer Entfernung mit besserer historischer Klimatologie oder günstigerer Prognose, damit du nicht von einem einzigen Standort abhängig bist.

So rechnen wir
Wir gehen von einem digitalen Höhenmodell des Geländes mit globaler Auflösung (~30 m, Copernicus) aus, über dem wir Hunderte Strahlen um jeden Beobachtungspunkt ziehen, das Gelände über mehrere Dutzend Kilometer hinweg abtasten und den realen Horizontwinkel in jeder Richtung messen. Diese Berechnung berücksichtigt die Erdkrümmung und die atmosphärische Refraktion, die entfernte Objekte etwas höher erscheinen lassen, als es eine ebene Geometrie nahelegen würde.
Die Positionen von Sonne und Mond werden mit präzisen Ephemeriden berechnet — denselben Algorithmen (Meeus), die ein Großteil der professionellen Positionsastronomie nutzt, über die Bibliothek astronomy-engine — und in topozentrische Koordinaten umgerechnet: die reale Sicht von deinem exakten Punkt aus, nicht vom Erdmittelpunkt.
Das Urteil vergleicht die Höhe der Sonne bei jedem Kontakt mit diesem realen Horizont. Der Score ergänzt den Finsternistyp, den Spielraum über dem Gelände, die Dauer der Phase und eine Wolkenschätzung auf Basis historischer Klimatologie (ERA5) und, wo zutreffend, AEMET-Daten.
Häufig gestellte Fragen
- Muss ich mich exakt im Totalitätspfad befinden, um den Simulator zu nutzen?
- Nein. Der Simulator funktioniert an jedem Ort in Spanien, innerhalb oder außerhalb des Totalitätspfads: Für eine partielle Finsternis berechnet er ebenso das Urteil, den Score und den vollständigen Zeitplan.
- Warum ändert sich der Score, wenn ich den Punkt nur um wenige Kilometer verschiebe?
- Weil sich der reale Horizont mit dem Gelände ändert: Ein naher Hügel, ein Tal oder ein Gebäude kann den Spielraum über dem Gelände beim kritischen Kontakt (C4) verändern, auch wenn sich die astronomische Position der Sonne über diese Distanz kaum ändert.
- Berücksichtigt der Simulator das Wetter an diesem Tag?
- Ja, auf zwei Ebenen: eine echte Wetterprognose, wenn nur noch wenige Tage bleiben, und historische Wolkenklimatologie, wenn das Datum noch weit entfernt ist.
- Kann ich die Position anderer Himmelskörper neben der Sonne sehen?
- Ja — während des Totalitätsfensters zeigt der Simulator, welche Planeten und hellen Sterne von deinem Punkt aus mit bloßem Auge sichtbar sein sollten.